Wahlkreisversammlung Waiblingen für die Bundestagswahl 2021

Die Liberalen wählen Prof. Dr. Stephan Seiter
zum Bundestagskandidaten

Am 8.7.2020 in Fellbach-Schmiden, Festhalle. V.l.n.r.: Metin Kul und Prof. Dr. Stephan Seiter – Foto: Kiessling

Die Freien Demokraten haben am vergangenen Mittwoch in der Schmidener Festhalle den Fellbacher Ökonomen Prof. Dr. Stephan Seiter zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis Waiblingen gewählt. Der Hochschullehrer setzte sich im ersten Wahlgang gegen den Diplom-Kaufmann und Unternehmensberater Metin Kul durch, der in Korb lebt.

Stephan Seiter, der seit 1993 mit seiner Familie  in Fellbach lebt und an der ESB Business School in Reutlingen Volkswirtschaftslehre lehrt, betonte, er schätze den liberalen Geist, der im Remstal herrsche. „Ich bin ein glühender Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft“, so Seiter. „Wir brauchen einen starken Staat bei der Kontrolle des Wettbewerbs, der Regeln setzt. Wir müssen aber insbesondere darauf achten, den Mittelstand fördern, denn Innovationen und Arbeitsplätze entstehen eher in kleinen und mittleren Unternehmen als in Großunternehmen.“

Liberalität heiße für ihn, den Menschen zu vertrauen, ein eigenständiges Leben zu führen. „Wir versuchen nicht, den Bürgerinnen und Bürgern vorzuschreiben, wie sie leben sollen.“ Der soziale Aspekt des deutschen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems liege für ihn vor allem darin, allen Menschen einen Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen. In der Umweltpolitik tritt Seiter für stärkere ökonomische Anreize ein, damit  mit der knappen Ressource Umwelt sorgsamer umgegangen werde.

Metin Kul, der aus Ostanatolien in der Türkei stammt, erklärte in seiner Bewerbungsrede, er habe sich von einem Hauptschulabschluss, mit Einzelhandelslehre, Studium und Examen zum Certified Public Accountant nach US-Recht zum Unternehmensberater beruflich entwickelt. „Ich will das, was ich auch in meinen beruflichen Auslandseinsätzen im Nahen Osten und in Asien an Deutschland schätzen gelernt habe, nämlich Qualitätsbewusstsein, Rechtstaatlichkeit und Freiheit, bei der Bundestagswahl vertreten und verteidigen.“

Kul betonte, er trete für eine Reform der deutschen Finanzmarktkontrolle ein, um künftig Bilanzskandale wie die bei dem Großkonzern Wirecard zu verhindern. Zweitens sei die Weiterentwicklung des erstklassigen deutschen Bildungssystem wichtig. „Wir lernen, wie man Probleme löst, und das ist eine sehr wichtige Fähigkeit. Deshalb halte ich zum Beispiel die Wiedereinführung der Meisterpflicht für bestimmte Gewerke für sinnvoll.“
Zum Thema Integration sagte Kul, viel wichtiger als ein Dokument oder das Aussehen sei die emotionale Bindung eines Menschen zu einer Gesellschaft. „Ich habe eine große emotionale Bindung zu Deutschland, auch, weil ich lange im Ausland gelebt habe.“ Es gelte, diese emotionale Bindung in der Integrationspolitik zu stärken.

Kreisvorsitzender Jochen Haußmann dankte beiden Kandidaten für Ihre engagierten Bewerbungsreden und rief alle Mitglieder auf, bei den kommenden Wahlen für die Positionen der FDP einzutreten.