S-Bahn-Station Rommelshausen: Regionaldirektorin soll Springtesterfahrung machen

Jochen Haußmann (FDP) lädt Regionaldirektorin nach Rommelshausen ein
Region muss Bahnsteigerhöhung in Rommelshausen mit der Bahn umsetzen
Jochen Haussmann MdL

Jochen Haussmann MdL

Dass der Kernener Gemeinderat per Resolution den Druck auf die Bahn erhöht hat, an der S-Bahn-Station Rommelshausen schnell für höhere Bahnsteige zu sorgen, findet Jochen Haußmann (FDP) richtig. Allerdings trifft aus seiner Sicht die Resolution nur einen der beiden Verantwortlichen: „Der Verband Region Stuttgart trägt hier genauso Verantwortung wie die Bahn für die jahrelange Verzögerung, auf den muss der Druck auch erhöht werden.“ Was Jochen Haußmann in Ergänzung zum Gemeinderat jetzt auch tut: „Ich werde zusammen mit der FDP-Regionalfraktion Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling und den zuständigen Verbandsdirektor Dr. Jürgen Wurmthaler auf den Rommelshäuser Bahnhof zum Vorort-Termin einladen.“

Die schwere Stürze von Rentnerinnen auf dem S-Bahnhof Rommelshausen haben das Augenmerk auf ein Problem gelenkt, dessen Lösung schon seit Jahren auf sich warten lässt. Verantwortlich dafür ist laut Verkehrsministerium nicht  nur die Bahn, sondern auch der Verband Region Stuttgart: „Für den Bereich des S-Bahn-Netzes in Stuttgart gibt es von Seiten des Verbandes Region Stuttgart  als zuständigem Aufgabenträger für die S-Bahn Überlegungen, die Bahnsteige mit einer Höhe von SO 76 cm auf zukünftig SO 96 cm aufzuhöhen. Entsprechende Gespräche werden derzeit zwischen der DB Station und Service AG und dem Verband Region Stuttgart geführt. Bis wann ein entsprechendes Umsetzungskonzept vorliegen wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden“, hatte es zuletzt im Januar 2012 auf eine Anfrage von Jochen Haußmann geheißen.
Drei Jahre nichts passiert? Der selber in Kernen wohnende Remstalabgeordnete Jochen Haußmann (FDP) hat sich inzwischen per erneuter Kleiner Anfrage ans Verkehrsministerium auf den neuesten Stand gebracht. Ergebnis 1: Minister Hermann betont erneut die Zuständigkeit von Verband Region Stuttgart und DB Station & Service und gibt deren Antworten weiter. Ergebnis 2: In Rommelshausen passiert bis auf weiteres nichts. Zitat: „Das Stuttgarter S-Bahn-Netz besteht aus 83 Stationen, von denen 32 nicht über eine Bahnsteighöhe von 96 cm verfügen. Der VRS und die DB Station & Service AG teilten übereinstimmend mit, dass die Stationen Stuttgart-Feuerbach und Ludwigsburg die höchste Priorität für eine Bahnsteigerhöhung auf Schienenoberkante (SO) von 96 cm haben.“
Zwei von 32, für Jochen Haußmann „ist das ein schwaches Bild, das die Region da abgibt“. Einziger Lichtblick: „Nach Mitteilung des VRS soll im Laufe des Jahres zwischen VRS und DB Station & Service AG für die noch ausstehenden Stationen ein Konzept zur Erreichung der Barrierefreiheit entwickelt und abgestimmt werden“, heißt es aus dem Ministerium. Damit das nicht wieder Jahre vor sich hindümpelt, gelte es, „genug Druck zu machen, damit Rommelshausen aufgrund der besonderen Gefährdungssituation für die S-Bahn-Fahrgäste ganz oben auf die Prioritätenlist kommt“, sagt der Abgeordnete. Jochen Haußmann, selbst S-Bahn-Stammkunde, weiß auch wie: „Ich werde Frau Dr. Schelling und Herrn Dr. Wurmthaler bitten mit mir und der FDP-Regionalfraktion per S-Bahn zum Vor-Ort-Termin nach Rommelshausen zu fahren. Dann können sie selbst erleben, wie tückisch es ist, 30 Zentimeter Höhenunterschied plus Spalt überbrücken zu müssen.“