IVF und LIM diskutieren über Fachkräfte aus dem Ausland

Prof. Dr. Ulrich Goll MdL sprach das Grußwort beim Unternehmerabend in Fellbach

Prof. Dr. Ulrich Goll MdL sprach das Grußwort beim Unternehmerabend in Fellbach

Von Maximilian Lenk

Die Industrievereinigung Fellbach und der Liberale Mittelstand Baden-Württemberg diskutierten auf Initiative des FDP- Stadtverbands Fellbach am vergangenen Donnerstagabend im Rahmen eines Unternehmerabends den Fachkräftemangel der deutschen Wirtschaft und einen Lösungsansatz, der in der Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland liegen könnte.
Johannes Maier, Vorsitzender der Industrievereinigung Fellbach, und Agnes Baldauf, Vorsitzende des Liberalen Mittelstands, begrüßten die rund 65 interessierten Zuhörer, darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, im Amandussaal der Neuen Kelter in Fellbach.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Ulrich Goll skizzierte vorab in seinem Grußwort die politische Entwicklung um das Thema Integration, angefangen bei der Einsetzung des ersten Ausländerbeauftragten des Landes Baden-Württemberg im Jahr 1996, mit welchem Amt er selbst betraut wurde, bis hin zur heutigen politischen Debatte um die Erneuerung des Einwanderungsrechts, bezüglich dessen er auf die zahlreichen Initiativen der Freien Demokraten verwies.
Kompetente Experten hatten sich die IVF und der LIM vom Welcome Service der Region Stuttgart und dem Center for European Trainees (CET) kommen lassen. Dr. Verena Andrei, Leiterin des Welcome Service, und Jessica Flemming, Projektleiterin beim CET, das unter dem Dach des Bildungswerks der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. angesiedelt ist, zeigten den Unternehmern die vielfältigen Dienstleistungen ihrer Institutionen auf, die sie bei der Gewinnung und schließlich bei der Integration ausländischer Fachkräfte erbringen können und stellten aktuelle Projekte, wie die Initiative „GiveME5“ vor, die Jugendlichen aus dem südeuropäischen Ausland die Möglichkeit eines fünftägigen Praktikums in Deutschland geben soll.
Schließlich berichtete Ulla Börhinger, geschäftsführende Gesellschafterin der in Fellbach ansässigen Philipp Hafner GmbH & Co. KG, in einem Gespräch mit Maximilian Lenk, der moderierend durch den Abend führte, über die ihrigen Erfahrungen mit der Integration eines jungen griechischen Hochschulabsolventen im Jahr 2012 in das Unternehmen. Sie zeigte beispielhaft und anschaulich die damit verbundenen Unsicherheiten, angefangen bei sprachlichen Barrieren über die Anerkennung und Werthaltigkeit des griechischen Hochschulabschlusses bis hin zum Gelingen der gesellschaftlichen Integration, auf. „Die Frage, ob wir uns vorstellen können, diesen Weg auch in Zukunft gehen zu wollen, stellt sich nicht. Vielmehr werden wir uns ihm stellen müssen“, prognostizierte Böhringer mit Blick auf den zukünftigen Fachkräftemangel.

Bei der anschließenden Diskussion stellten die Zuhörer vielfältige Fragen an die Experten. Dabei ging es zum einen um das Problem der deutschen Sprache für Fachkräfte aus dem Ausland, weiterhin um die Integration dieser Menschen. Der ehemalige Fellbacher Oberbürgermeister Friedrich-Wilhelm Kiel verwies dabei auf die schon sehr frühen Anstrengungen der Stadt Fellbach, die als einer der ersten Gemeinden bereits in den 1970er Jahren einen Ausländerbeirat gründeten. Weiterhin zeigte er Chancen auf, die in der Zusammenarbeit mit den Fellbacher Partnerstädten liegten. Im Weiteren wurde die Nutzung sogenannter indogener Potentiale diskutiert, also solcher Fachkräfte, die bereits in Deutschland leben. In diesem Zusammenhang gingen die Diskutanten auch auf die in Fellbach befindlichen Flüchtlinge ein. Ulrich Lenk, Vorsitzender der FW/FD-Gemeinderatsfraktion, appellierte an die Vertreter von Welcome Center und CET, dass dieses Potential bei der Arbeit um Fachkräftegewinnung nicht aus den Augen verloren werden dürfe.