FDP Weinstadt: Pascal Kober berichtet über den Bundeswehreinsatz in Mali

Am 01.09.2016 in Weinstadt-Beutelsbach. Militärpfarrer Pascal Kober berichtet über den Bundeswehreinsatz in Mali

Am 01.09.2016 in Weinstadt-Beutelsbach. Militärpfarrer Pascal Kober berichtet über den Bundeswehreinsatz in Mali – Foto: Kiessling

“Deutschlands Freiheit wird auch am Niger verteidigt”

Von André Schneider 
Der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete und heutige evangelische Militärpfarrer Pascal Kober hat am vergangenen Donnerstag auf Einladung des FDP-Ortsverbandes Weinstadt über den Mali-Einsatz der Bundeswehr berichtet.

“Deutschlands Freiheit wird auch am Niger verteidigt”, betonte Kober, der 2016 fünf Monate als Militärpfarrer in Mali war. Vor allem der Norden des islamischen Landes werde von radikal-islamistischen Terroristen bedroht. Im Süden Malis herrsche dagegen ein säkularer, liberaler Islam vor. Verschleierte Frauen seien dort kaum zu sehen und auch Alkohol werde verkauft. Hauptproblem des Landes sei die grassierende Korruption und die hohe Arbeitslosigkeit.

Mitte Januar 2012 habe im Norden der Aufstand der Tuareg gegen die malische Zentralregierung begonnen, dem sich Al-Quaida-nahe Gruppen aus Algerien und ehemalige Söldner aus Libyen angeschlossen hätten. Die gemeinsame Schlagkraft der Rebellen habe ausgereicht, um den malischen Staat aus dem Norden zu verdrängen und einen Nordstaat mit der Einführung der Scharia auszurufen. Erst der Einsatz der französischen Armee im Januar 2013 habe die Islamisten wieder zurückgedrängt.

Heute seien rund 10.000 Soldaten aus 50 Ländern in Mali stationiert, darunter auch rund 650 deutsche Soldaten. Wichtigste Aufgabe der Bundeswehrsoldaten sei es, die Armee Malis auszubilden und auf Kampfeinsätze vorzubereiten, damit die malische Armee in die Lage versetzt werde, selbst das Land zu beschützen.  Die Bundeswehr ist dort in zwei Missionen engagiert. Bei EUTM Mali im Süden zur Ausbildung und bei MINUSMA, einem Blauhelmeinsatz im Norden mit bis zu 650 Soldaten im Norden zur Stabilisierung des Landes.

Eine wichtige Fluchtursache sei die mangelnde innere Sicherheit in Mali. Wenn es nicht gelinge, Mali zu stabilisieren, werde es in Europa mehr Flüchtlinge aus diesem Land geben. Noch sei die internationale Staatengemeinschaft nicht am Ziel. Man habe den Eindruck, dass die Islamisten im Norden des Landes stärker werden. “Mali ist noch nicht über den Berg.” Derzeit dränge auch der IS aus Libyen nach Mali.

Kober sieht in seinem Einsatz als Militärpfarrer keinen Widerspruch zu christlichen Grundwerten und brachte das auf die Formel: “Du sollst Töten nicht zulassen.” Manchmal müsse man Gewalt einsetzen, um Gewalt zu unterbinden.

Der Kreisvorsitzende Jochen Haußmann MdL bedankte sich für den interessanten Beitrag bei Pascal Kober

Der Kreisvorsitzende Jochen Haußmann MdL bedankte sich für den interessanten Beitrag bei Pascal Kober