Arztpraxen-Aufkauf: Jochen Haußmann Mdl schlägt Alarm

Jochen Haußmann (FDP):
GKV-Versorgungsstärkungsgesetz schwächt medizinische Versorgung im Rems-Murr-Kreis

Jochen Haussmann MdL

Jochen Haussmann MdL

„Die Gesundheitsreform verspricht Versorgungsstärkung, in Wahrheit führt sie in unserem Kreis zu erheblichen Verschlechterungen.“ Dies sagte der sozialpolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion Jochen Haußmann, nachdem ihm die regionale Auswertung der geplanten Aufkaufplicht von Arztpraxen bekannt wurde. „Allein im Rems-Murr-Kreis könnten acht Kinderärzte, vier Chirurgen, drei Orthopäden, zwei Psychotherapeuten, ein Augenarzt, ein Frauenarzt, ein HNO-Arzt, ein Nervenarzt, ein Urologe und ein Allgemeinarzt wegfallen. Wenn das vom Bundeskabinett im Dezember 2014 beschlossene Gesetz so 1:1 durchgeht, dann ist das ein Unding und blanker Hohn im Vergleich zu den Lippenbekenntnissen, wie wichtig die ärztliche Versorgung ist. Diese Pläne der großen Koalition im Bund müssen gestoppt werden“, so Haußmann.

Bekannt geworden seien diese Risiken und Nebenwirkungen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes durch den entsprechenden Landtags-Antrag der FDP „Aufkauf von Arztsitzen in Baden-Württemberg“ (Landtags-Drucksache 15/5827) und einer ergänzenden Stellungnahme des Sozialministeriums vom 16.12.2014. Demnach kann durch eine Verschärfung der Aufkaufverpflichtung von Arztpraxen bei rein rechnerischer Überversorgung der Wegfall von 2.800 Arztpraxen folgen. Rund eine Million Patientinnen und Patienten müssten sich dann einen anderen Arzt suchen.

„Was wir brauchen ist eine höhere Attraktivität des Arztberufs, neue familienfreundliche Versorgungsformen, sektorenübergreifende Konzepte und innovative Ansätze wie Telemedizin, um die Versorgung im Land sicherzustellen. Wer meint, er müsse in Zeiten des sich abzeichnenden Ärztemangels aufgrund einer statischen und rein rechnerischen Momentaufnahme Praxen aus der Versorgung herausnehmen, der ist gehörig auf dem Holzweg“, schloss Haußmann.