MdL Hoher: „Die Landwirte pflegen unsere Kulturlandschaft verantwortungsvoll“
MdL Haußmann: Artenschutz funktioniert nur mit der Landwirtschaft

Sachgerechter Artenschutz funktioniert nach Auffassung der FDP-Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann und Klaus Hoher nur dann, wenn man die Landwirtschaft als Akteur in die Artenschutzmaßnahmen ernsthaft einbezieht.

Die Abgeordneten Klaus Hoher und Jochen Haußmann am 8.10.2019 in Weinstadt-Großheppach. Foto: Betz

„Gegen die Landwirtschaft, den Obst- und Weinbau in Baden-Württemberg ist kein effektiver Artenschutz möglich. Ich befürchte, dass das ‚Volksbegehren Artenschutz – Rettet die Bienen‘ in die falsche Richtung geht, weil die berechtigten Belange der Landwirte keine Berücksichtigung finden“, so Jochen Haußmann bei einer Informationsveranstaltung in der Großheppacher Gaststätte zum Trollinger am Dienstag, 8. Oktober 2019. „Wir werden das Volksbegehren auch im Kreistag zum Thema machen“, kündigte Haußmann an.

Klaus Hoher, agrarpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion und selbstständiger Land- und Forstwirt am Bodensee, betonte, das im Volksbegehren vorgesehene weitgehende Verbot von Pflanzenschutzmitteln grenze an ein Berufsverbot für Landwirte. Kein vernünftiger Landwirt spritze mehr Pflanzenschutzmittel als unbedingt notwendig. „Die Landwirte pflegen kompetent und verantwortungsvoll die historisch gewachsene heimische Kulturlandschaft“, unterstrich Hoher. Hier gehe es inzwischen um grundgesetzlich verbriefte Eigentumsrechte. „Wir müssen jetzt die Bürgerinnen und Bürger über die negativen Auswirkungen des Volksbegehrens informieren.“

Der Weinstädter Gemeinderat und Wengerter Armin Zimmerle kritisierte, dass, falls das Volksbegehren erfolgreich sein sollte, Streuobstwiesen über 25 Ar unter staatliche Aufsicht gestellt werden sollen und dann nicht mehr bewirtschaftet werden können. Dies könne man auch Enteignung nennen. Die Festlegung, 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Baden-Württemberg in Bioflächen umzuwandeln, grenze an Planwirtschaft. Der geforderte weitgehende Verzicht auf Pflanzenschutzmittel werde zu starken Ertragseinbußen und Qualitätsverlusten führen. Das vorgesehene Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Landschaftsschutzgebieten werde letztlich die heimische Landwirtschaft, den Obst- und Weinbau ruinieren. „Das wäre das Aus für den regionalen Obst- und Weinbau. Als Landwirt, der wirtschaftlich arbeiten muss, will ich das Recht haben, Schädlinge wie beispielsweise die Kirschessigfliege, die meine Kulturen bedrohen, zu bekämpfen.“