(v.l.n.r.:) Gudrun Wilhelm, Jochen Haußmann MdL, Ulrich Begemann und Charlotte Klinghoffer.

Diskussionsveranstaltung zu möglichen Dieselfahrverboten in Backnang

„Quo vadis Mobilität – Wie geht es weiter?“ lautete der Titel einer gemeinsamen Veranstaltung des FDP-Ortsverbandes Backnanger Bucht und des Bürgerforums Backnang, bei der sich der FDP-Landtagsabgeordnete und verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Jochen Haußmann und der Ingenieur Ulrich Begemann, Leiter New Technologies bei der Firma Voith, ablehnend zu Dieselfahrverboten geäußert haben.

Haußmann erklärte, die Dieselfahrverbote in Stuttgart seien eine Blaupause für weitere Fahrverbote in anderen Städten des Regierungsbezirks Stuttgart. Nachdem die Feinstaub-Problematik zunehmend an Brisanz verloren habe, steht nun der Dieselmotor wegen der Stickoxid-Emissionen in der Kritik. Verkehrsminister Hermann und die Grünen setzen deshalb auf Fahrverbote.

Abermals lehnte Jochen Haußmann die Dieselfahrverbote als unnötig und nicht verhältnismäßig ab, weil die Stickoxidemissionen kontinuierlich zurückgingen. „Seit 1990 ist die Stickoxid-Belastung um über 70% reduziert worden. Die heutigen modernen Dieselmotoren sorgen in Zukunft für eine weitere extreme Reduzierung. Es gibt inzwischen viele Messstellen in Stuttgart, die unter den Stickoxid-Grenzwerten liegen. Lediglich an vier Messstellen in Stuttgart gibt es noch Werte über 40 Mikrogramm. Das rechtfertigt meiner Auffassung nach nicht, das gesamte Stadtgebiet mit Diesel-Fahrverboten zu belegen.“ Überdies sei es eine faktische Form der Enteignung, Dieselfahrer der Euro-Norm 5 ebenfalls mit Fahrverboten zu bedrohen. Auch dies sei nicht verhältnismäßig.

Ulrich Begemann erläuterte die technischen Zusammenhänge der Motorentechnik und bestätigte Haußmanns Einschätzung, dass die Feinstaub- und Stickoxidemissionen seit Jahren kontinuierlich zurückgehen. Eine Nachrüstung von Dieselfahrzeugen der Euro-Normen 4 und 5 mit SCR-Katalysatoren sei technisch sehr aufwendig, teuer und bei den meisten Fahrzeugen gar nicht möglich. „Der Diesel stößt etwa 20 Prozent weniger Kohlendioxid aus als Benzinfahrzeuge“, betonte Begemann. Er schlug vor, Dieselfahrzeugen noch mehr Biosprit beizufügen, um den Ausstoß weiter zu senken. Eine wichtige Funktion hätten auch sogenannte E-Fuels. Zu Elektroautos hat der Ingenieur eine klare Meinung: „Die Batterietechnologie mit Lithium-Ionen wird sicherlich nicht die Lösung sein. Das ist heute schon eine Technologie, die weitgehend ihre Potenziale ausgenutzt hat“, so Begemann, der ausdrücklich Technologiefreiheit für die Lösung der Probleme forderte.

Zuvor hatten Kreis- und Regionalrätin Gudrun Wilhelm sowie Stadträtin Charlotte Klinghoffer, 1. Vorsitzende des Backnanger Bürgerforums, die rund 80 anwesenden Gäste begrüßt und gefordert, auf Diesel-Fahrverbote in Backnang und den umliegenden Gemeinden zu verzichten, um wirtschaftlichen Schaden für die lokale Wirtschaft und die Mobilität für Pendler nicht einzuschränken.

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